Klima und Wetter in Australien und Ozeanien

Klima in Australien / Neuseeland

Klimatisch lässt sich das Gebiet von Australien / Neuseeland in fünf Zonen unterteilen.

Tropisch-wechselfeuchtes Klima

Auf den Pazifik-Inseln sowie im Norden Australiens herrscht tropisch-wechselfeuchtes Klima mit geringen Temperaturschwankungen und viel Sonne. Die Durchschnittswerte von Luft und Wasser betragen 22-25°C im Südwinter und 28-30°C im Südsommer.

Diese Zone erhält hohe Niederschläge von ca. 1.200-5.000 mm. Verantwortlich dafür sind die feuchten Passatwinde. Der Regen fällt überwiegend während der Monate November und April, mit der Regenzeit verbunden ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. In der Trockenzeit während der übrigen Monate ist es nicht völlig niederschlagsfrei. Auf vielen Inseln regnet es einfach nur weniger.

subtropisches Klima

Die subtropische Klimazone umfasst die Nordinsel Neuseelands, den Südwesten und den Südosten Australiens.

Die Gegenden um Perth, Adelaide und Melbourne bekommen im Südwinter den Großteil ihrer jährlich rund 650 mm Regen.

Die südliche Ostküste um Sydney sowie der Norden Neuseelands erhalten hingegen zu allen Jahreszeiten Niederschläge von insgesamt 1.000-1.500 mm. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Juli mit 11-13°C am tiefsten, im Januar/Februar mit 20-23°C am höchsten.

Gemäßigtes Klima

Tasmanien und das Flachland der neuseeländischen Südinsel besitzen gemäßigtes Klima. Das Thermometer schwankt zwischen durchschnittlich 6-8°C im Südwinter und bis zu 17°C im Januar. Die Westseiten beider Inseln sind das gesamte Jahr sehr feucht. Denn sie sind permanent den heftigen Westwinden der "Roaring Forties" ausgesetzt, die sich dort abregnen. In Tasmanien muss man mit bis zu 2.500 mm, in Neuseeland sogar mit bis zu 8.000 mm Niederschlag im Jahr rechnen.

Sehr viel trockener ist es im Osten der beiden Inseln. Dort kommt man im Regenschatten der Berge auf jährliche Niederschläge von maximal 750 mm.

Wüstenklima

Das Zentrum Australiens weist Wüstenklima auf. Viele Gebiete erhalten nur 125 mm Regen im Jahr. In Alice Springs mitten in der Wüste werden im Schnitt im Juni/Juli kühle 12°C, im Januar/Februar heiße 28°C gemessen. Im Tagesverlauf können die Temperaturen erheblich schwanken. Während am Tag das Thermometer im Sommer häufig auf über 40°C steigt, können die Werte nachts bis auf den Gefrierpunkt absinken.

Alpines Klima

In den Australischen und Neuseeländischen Alpen, im Inneren Tasmaniens sowie im Hochgebirge Neuguineas herrscht alpines Klima. Im Winter sind dort Schnee und Frost üblich. Neuseeland verfügt sogar über Gletscher.

Beste Reisezeit für Australien / Neuseeland

Die besten Reisezeiten für die einzelnen Klimazonen in Australien / Neuseeland sind recht unterschiedlich.

Im tropischen Bereich sollten Besucher sich immer für die Trockenzeit entscheiden. Dann ist es weniger schwül, die Temperaturen liegen etwas niedriger und es ist nicht ganz so feucht. Auch ist die Gefahr von Wirbelstürmen geringer. 

Wer zum Wintersport nach Australien bzw. Neuseeland reisen will, dem sei der Südwinter von Juni bis August empfohlen. Diese Monate sind auch die einzigen, die für einen Aufenthalt im ansonsten extrem heißen Zentrum Australiens infrage kommen.

Für Trekking-Touren in Neuseeland und Tasmanien eignet sich der Südsommer von Dezember bis Februar.

Für den Süden Australiens sind der Südherbst (März/April) und der Südfrühling (September/Oktober) optimal. In dieser Zeit sind die Temperaturen angenehm und es regnet wenig.


Klima in Polynesien

Trotz der riesigen Dimensionen ist das Klima in Polynesien relativ einheitlich. Es ist konstant tropisch warm und feucht.

Die Temperaturen liegen im Mittel zwischen 25 und 29°C.

In Polynesien herrscht Regenzeit von November bis März und Trockenzeit von April bis Oktober.

Regenzeit

Bei der feuchten Saison, wenn der Nord- bzw. Nordostpassat dominiert, handelt es sich zugleich auch um die heißere Jahreszeit. Am wärmsten wird es gewöhnlich im Februar. Mit 22-25°C in der Nacht und bis zu 32°C am Tage ist es nicht nur sehr warm, sondern es besteht mit teilweise über 80 % auch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Auf vielen Inseln macht eine Meeresbrise Hitze und Schwüle etwas erträglicher.

Während der Regenzeit kommen beinahe täglich sintflutartige Wassermengen vom Himmel. Mehrere Hundert Millimeter monatlich sind dann eher die Regel als die Ausnahme.

Trockenzeit

Von April bis Oktober herrscht hingegen kühleres und trockeneres Wetter. Auch die Luftfeuchtigkeit ist in diesen Monaten niedriger. Verantwortlich für diese Wetterbedingungen ist der dann vorherrschende trockenere Südost-Passat. In dieser Phase werden tagsüber durchschnittlich 25 bis 29°C und nachts 17 bis 23 Grad gemessen.

Beim August handelt es sich auf vielen Inseln um den kältesten Monat.

Auch während der Trockenzeit muss der Besucher vor allem am Nachmittag immer wieder mit Schauern und Gewittern rechnen. Allerdings zeigt sich in der Regel rasch wieder die Sonne von einem blauen Himmel.

So einheitlich die Temperaturen sind, so große Unterschiede gibt es bei den Regenmengen. Auf den flachen Atollen regnet es deutlich weniger als auf den bergigen Inseln. Auch auf den Seiten, die dem Wind zugewandt sind, wird es deutlich feuchter. Hier können Niederschlagsmengen bis 7.500 mm pro Jahr fallen. Auf den Leeseiten der Berge sind es dann nur noch 1.200-2.500 mm.

Trotz der hohen Niederschläge nimmt die Inselwelt Polynesiens mit bis zu 3.000 Stunden jährlich eine weltweite Spitzenstellung bei der Sonnenscheindauer ein.

Das tropische Klima garantiert ganzjährig warme Wassertemperaturen zwischen 22 und 30 Grad.

Im Meeresgebiet von Polynesien entstehen viele tropische Zyklone. Sturmsaison ist während der Regenzeit. Im Südwinter, also von Mai bis Oktober, geht es in der Südsee ruhiger zu.

Beste Reisezeit für Polynesien

Die beste Reisezeit für Polynesien ist von Mai bis Oktober. Dann fällt weniger Regen, die Temperaturen sind etwas kühler, aber immer noch angenehm warm, und die Luftfeuchtigkeit geht zurück.

Von November bis März herrscht hingegen ein recht unangenehmes Wetter. Es wird heiß, schwül und regnerisch. Ausserdem ist dann die Zeit der tropischen Wirbelstürme, die immer wieder die Inseln in Polynesien bedrohen. Von einem Urlaub in der Südsee ist daher in dieser Phase abzuraten.

 


Klima in Mikronesien

Das Klima auf den rund 2.000 Inseln Mikronesiens ist einheitlich tropisch-warm und feucht.

Verursacht durch die Nähe zum Äquator und die maritime Lage bleiben die Temperaturen im Jahresverlauf sehr konstant. Im Mittel erreicht das Thermometer 25 bis 30 Grad. Auch nachts sinken die Werte nur leicht ab. Unter die Marke von 20 Grad fällt die Quecksilbersäule auf keiner Insel.

Im Sommer können jedoch Tagestemperaturen von bis zu 38°C erreicht werden. Zum Glück machen Meeresbrisen die hohen Temperaturen und die konstant hohe Luftfeuchtigkeit von um die 80 % erträglicher.

Die Inseln Mikronesiens verzeichnen mit durchschnittlich 1.000-5.000 Millimeter im Jahr eine hohe Niederschlagsmenge, wobei auf den östlichen Inseln mehr Regen fällt als auf den westlichen.

Mit Niederschlägen muss immer gerechnet werden. Denn es regnet im Durchschnitt an rund 300 Tagen im Jahr.

Je nach der geografischen Lage verteilen sich die Niederschläge unterschiedlich auf die Monate. Zwar haben die meisten Inseln ein Regenmaximum von Mai bis Oktober. Doch südlich des Äquators, so zum Beispiel in Kiribati und Nauru, liegt der Höhepunkt des Regens jedoch zwischen April und November. Insbesondere auf den Inselgruppen unmittelbar am Äquator fallen die Niederschläge dagegen gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt.

Meist handelt es sich bei den Regenfällen um kurze, aber heftige tropische Schauer. Nach deren Ende scheint schnell wieder die Sonne.

Der Pazifik ist mit Wassertemperaturen von ganzjährig 20 bis 30°C immer optimal für Urlauber, die zum Baden, Tauchen oder für andere Wassersportarten nach Mikronesien reisen will.

Viele Inseln Mikronesiens werden regelmäßig von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht. Häufig treffen die Stürme die Eilande mit voller Wucht, da es auf ihrem Weg nur wenige Landmassen gibt, an denen sie sich abschwächen könnten. Sie treten vor allem in der zweiten Jahreshälfte auf.

Beste Reisezeit für Mikronesien

Grundsätzlich sind Reisen nach Mikronesien das ganze Jahr über möglich, weil die Luft- und Wassertemperaturen konstant hoch liegen und die Passatwinde stets für eine angenehme Brise sorgen. Man sollte allerdings die Taifunsaison und die feuchtere Jahreszeit meiden. Diese liegt auf den Inseln nördlich des Äquators zwischen Mai und Oktober. Denn dann können lang anhaltende, heftige Regengüsse und tropische Wirbelstürme das Urlaubsvergnügen stark trüben.

Daher sollte Touristen die Inselwelt des nördlichen Mikronesiens in den trockeneren Monaten von November bis April aufsuchen. Dann sind bei warmen Temperaturen blauer Himmel, ganztägiger Sonnenschein und weiße Palmenstrände garantiert.

Für Taucher ist das Frühjahr zu empfehlen, wenn die Gewässer um die Inseln Mikronesiens besonders artenreich sind.

Da sich Kiribati und Nauru ganz oder teilweise südlich des Äquators befinden, verhält es sich dort mit den besten Reisemonaten etwas anders. Hier sind Sommer und Herbst die idealen Jahreszeiten.

 


Klima in Melanesien

Das Klima in Melanesien ist überwiegend tropisch warm und feucht. Dafür sorgt vor allem die Lage am Äquator. Lediglich im Hochgebirge von Papua-Neuguinea herrscht gemäßigtes bis alpines Klima. Im Allgemeinen sind die nördlichen Teile Melanesiens feuchter und wärmer als die südlichen Archipele. Dort sind jedoch die Temperaturschwankungen größer.

Die Temperaturen zeigen kaum jahreszeitlichen Schwankungen. Abgesehen von den Gebirgen zeigt das Thermometer im Mittel Werte von 20-30 Grad. Die tiefsten Temperaturen werden inmitten des Südwinters im Juli/August gemessen. Dann wird es tagsüber im Durchschnitt 23-27°C warm. In der Nacht kann die Quecksilbersäule sogar bis auf 18°C zurückgehen.

Im Februar während des Südsommers steigt das Thermometer am höchsten. Dann sind tagsüber Höchstwerte bis zu 34°C möglich.

Die Niederschläge haben in Melanesien eine große Spannbreite. Sie betragen in der Regel 1.600-4.000 mm. Die dem feuchten Nordost-Passat zugewandten Ostseiten sowie die Bergregionen erhalten jedoch auf zahlreichen Inseln mit 6.000 bis 8.000 mm deutlich mehr Regen. Trockener sind normalerweise die windabgewandten Westseiten. Dort können es auch einmal unter 1.000 mm Niederschlag im Jahr sein. Auch sind die Inseln vulkanischen Ursprungs oft erheblich feuchter als die Koralleninseln. Denn sie verfügen über höhere Berge, an denen die Passatwinde sich abregnen können. Die Koralleninseln sind hingegen gewöhnlich recht flach und bieten den Wolken weniger Angriffsflächen.

Die Wassertemperaturen des Pazifiks sind das ganze Jahr über tropisch warm. Sie schwanken zwischen 23-26 im Südwinter und 28-29°C im Südsommer.

Urlauber können mit 5 (Regenzeit) bis 8 (Trockenzeit) Stunden Sonnenschein am Tag rechnen.

Die Region kennt zwei Jahreszeiten: die Regen- und die Trockenzeit.

Regenzeit

Der Kern der feuchteren Jahreszeit umfasst die Monate Dezember bis März. Der Himmel ist oft bewölkt; nachmittags gehen häufig kurze und heftige gewittrige Schauer nieder. Hinzu kommt eine drückende Hitze mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von über 80 %. Während der Regenzeit drohen den Inseln Melanesiens auch Taifune.

Trockenzeit

Im Zeitraum zwischen Juni und September ist es in fast allen Staaten der Region trocken. Lediglich in Neukaledonien verschiebt sich die trockene Jahreszeit in den Herbst. Dann bewirkt der teilweise ziemlich kräftige Südost-Passat mit kühlenden Winden auch dafür, dass die Schwüle und die Temperaturen etwas zurückgehen. Aber auch während der Trockenzeit muss der Reisende an mehreren Tagen im Monat mit Schauern rechnen.

Beste Reisezeit für Melanesien

Auch für die Inselwelt Melanesiens empfehlen sich die Monate der Trockenzeit zwischen Juni und September für eine Reise. Dann ist es auf den Inseln im Allgemeinen recht sonnig, verhältnismäßig trocken und mit 20-28 Grad angenehm warm. Die in den übrigen Monaten recht hohe Luftfeuchtigkeit wird durch den Passatwind gemildert und so für europäische Besucher erträglicher.

Die Regenzeit, deren Kern in allen Ländern von Dezember bis März dauert, zeichnet sich hingegen durch sehr heftige Niederschläge, hohe Temperaturen und eine ausgeprägte Schwüle aus. Auch können dann heftige Wirbelstürme über die Inselgruppen hinwegziehen. Sie behindern den Verkehr und sorgen teilweise sogar dafür, dass Verbindungen ganz unterbrochen sind. Wenn man sich den Urlaubsspaß nicht gründlich verderben will, sollte man auf einen Besuch in den Ländern Melanesiens in dieser Phase besser verzichten.


Autor: Diplom-Geograph Remo Nemitz