Klima und Wetter in Amerika

Klima in Nordamerika

Nordamerika verfügt über praktisch das gesamte Spektrum an Klimazonen von arktisch bis tropisch. Klimaprägend ist die Nord-Süd-Ausrichtung der Gebirge. So können im Winter kalte Luftmassen bis tief in den Süden und im Sommer warme Luftmassen bis weit in den Norden gelangen. Die Temperaturen steigen von Norden nach Süden kontinuierlich. Der Osten Nordamerikas ist feuchter als der Westen. Erst direkt an der Westküste nehmen die Niederschläge wieder zu.

Entlang der Süd- und Ostküste Nordamerikas treten von Juli bis Oktober häufig tropische Wirbelstürme und sogar Hurrikane auf.

Arktisches Klima

Arktisches Klima herrscht im Norden des Kontinents. Die neun Monate lange Frostperiode mit Temperaturen bis zu -40 Grad wird nur von einem kurzen, kühlen Sommer unterbrochen. Da die kalte Luft nur wenig Feuchtigkeit aufnimmt, sind die Niederschläge mit 250 mm sehr gering.

Kontinentales Klima

Südlich schließt sich die Zone mit kontinentalem Klima an. Hier wechseln sich kalte, schneereiche Winter und warme, schwüle und feuchte Sommer ab. Diese Zone wird im Winter oft von Schneestürmen, im Sommer hingegen von Tornados heimgesucht.

Kühl-gemäßigtes Klima

Im kühl-gemäßigten Klima der kanadischen Südostküste ist es durch den Einfluss des Atlantiks im Winter milder als im Inland; dafür sind die Sommer mit durchschnittlich 16-20 Grad deutlich kühler. Die Region ist bekannt für ihr wechselhaftes und nebeliges Wetter.

Subtropisches Klima

Südlich der kontinentalen Zone folgen die Subtropen Nordamerikas. Die Sommer verfügen über ein warmes, regnerisches Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Winter sind mild und trockener.

In Kalifornien stehen sich Gegensatz zur Südküste heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter gegenüber.

Tropisches Klima

An der Südspitze Floridas ist das Klima tropisch-feucht. Selbst in den kühleren Monaten werden durchschnittlich 18°C erreicht.

Hochgebirgsklima

Die Hochlagen der Gebirgszüge an der Pazifikküste Nordamerikas bildet eine Zone mit Hochgebirgsklima. Die Temperaturen sind in allen Jahreszeiten relativ niedrig.

Gemäßigtes Klima

Die nördliche Westküste gehört zur gemäßigten Klimazone. Die Sommer sind mäßig warm, die Winter bleiben weitgehend frostfrei. Mit Niederschlagsmengen bis zu 3.000 mm handelt es sich um die feuchteste Region Nordamerikas.

Wüstenklima

Im Südwesten der USA liegt die nordamerikanische Wüstenzone. Das Klima ist heiß und sehr trocken mit starken Temperaturschwankungen zwischen den Tageszeiten.

Beste Reisezeit für Nordamerika

Für Nordamerika existieren regional unterschiedliche beste Reisezeiten.

Florida ist ein Winterreiseziel, wo selbst von Dezember bis Februar angenehm warme Temperaturen herrschen.

Das Frühjahr eignet sich für Reisen in die Südstaaten der USA. So umgehen Besucher die Hitze und die Tornados des Sommers, die Hurrikane des Herbstes sowie die kühleren Temperaturen des Winters.

Nach Kalifornien kann man - abgesehen von der feucht-kühlen Phase im Dezember und Januar - immer reisen.

Die ideale Reisezeit für die nördliche Ostküste liegt zwischen Mai und September.

Der Herbst bietet sich für die Neuenglandstaaten und die Großen Seen an, um den Indian Summer mit seiner beeindruckenden Laubverfärbung der Wälder zu genießen.

Den Mittleren Westen suchen Urlauber am besten im Mai oder September auf, da die Sommermonate hier zu heiß, die Wintermonate zu kalt sind.

Ganz in den Norden kann man nur in den halbwegs warmen Monaten Juli und August fahren.

Für Wintersportler in den Rocky Mountains kommt nur die Phase von November bis März infrage.


Mittelamerika Klima

Das Klima in Mittelamerika lässt sich in drei Zonen untereilen.

Subtropisches Winterregenklima

Im äußersten Nordwesten gibt es ein kleines Gebiet mit subtropischem Winterregenklima.

Trockenes subtropisches Klima

Südlich und westlich davon schließt sich eine recht trockene subtropische Zone sowie. Hier fallen lediglich zwischen 300 und 600 mm Niederschlag im Jahr. Sie kommen während der heißeren Regenzeit von Mai bis Oktober vom Himmel. In den kühleren Monaten von November bis April erhält diese Zone wenig Niederschlag.

feuchtes Tropenklima

Im Süden Mexikos beginnt der heiße und feuchte tropische Bereich, der den Rest Mittelamerikas umfasst. Die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede fallen hier kaum ins Gewicht. Am kältesten ist es überall in der Weihnachtszeit, am heißesten zwischen März und Mai.

Allerdings beeinflussen die großen topografischen Unterschiede in Mittelamerika das Klima maßgeblich.

Tierra caliente

In der heißen Tierra caliente bis 1.000 Meter liegen die Tageshöchsttemperaturen zwischen 24 und 32°C.

Die Flachlandgebiete der tropischen Zone unterscheiden sich, ob sie im Osten an der Karibik oder im Westen am Pazifik liegen.

Der östliche Teil wird von feuchten Nordostpassaten aus dem Karibischen Meer geprägt. Diese stauen sich an den Gebirgsketten im Inneren Mittelamerikas. Die Folge sind hohe Jahresniederschläge von 3.000-5.000 mm. Trotz der Niederschlagsmaxima im Spätfrühling und Frühherbst existiert hier keine eindeutige Trockenzeit. Zur ganzjährigen Feuchtigkeit und Hitze kommt eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 % hinzu. Die Karibikküste wird zwischen August und Oktober häufig von Wirbelstürmen heimgesucht.

Das tropische Flachland am Pazifik ist mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 1.000 bis 1.650 mm deutlich trockener als die karibische Seite. Der Nordostpassat wandelt sich an der pazifischen Seite zu einem trockenen Fallwind, der dort die feuchten Luftmassen vom Pazifik zurückdrängt. Hierdurch gibt es meist eine Trockenzeit zwischen Dezember und April. Von Mai bis November setzen sich die pazifischen Luftströme durch und bringen den Regen. An der Pazifikküste ist es gewöhnlich noch etwas wärmer als an der Karibikseite.

Tierra templada

In der gemäßigten Zone zwischen 1.000 und 2.000 Meter (Tierra templada) erreichen die höchsten Temperaturen 22 bis 30 Grad. Nachts sinken die Werte auf bis zu 15°C ab.

Tierra fria

Noch kühler ist es in den Höhen darüber (Tierra fria). Tagsüber sind es hier um die 25 Grad. Nachts wird es deutlich kühler. Die Temperaturen können bis auf 5-6°C fallen. Zwischen Dezember und Februar sinken sie manchmal sogar unter den Gefrierpunkt.

Beste Reisezeit für Mittelamerika

Die beste Reisezeit für Mittelamerika liegt zwischen November/Dezember und März/April. Dann fällt weniger Regen, es ist sehr sonnig und die Temperaturen sind angenehm warm, aber nicht zu heiß. Auch geht in dieser Phase die Luftfeuchtigkeit zurück.

Allerdings herrscht dann auch touristische Hochsaison mit hohen Preisen sowie vollen Hotels und Stränden.

Um etwas weniger zu bezahlen, sollte man die Wochen um Weihnachten und Ostern meiden.

Von Mai bis November sollte man besser nicht nach Mittelamerika reisen. Es ist in dieser Periode zunächst nur sehr heiß, ab Juli kommen noch heftige Niederschläge und Schwüle hinzu. Viele Verkehrsverbindungen können dann unterbrochen sein. Ausserdem drohen an der Atlantikküste tropische Wirbelstürme und Hurrikane.

Lediglich für Surfer und Rafter sollten gerade in der Regenzeit kommen, weil dann die stärksten Winde wehen und die Flüsse das meiste Wasser führen.


Karibik Klima

Die Karibik bietet Besuchern traumhaftes Wetter. Aufgrund ihrer Lage in Äquatornähe verfügt ihre gesamte Inselwelt über tropisches Klima. Die Temperaturen sind stets hochsommerlich warm und schwanken im Jahresverlauf nur um wenige Grad. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 25 und 35°C. Selbst in der Nacht fällt das Thermometer fast nie unter 20 Grad. Lediglich auf den Bahamas, Kuba und Jamaika können im Winter Kaltlufteinbrüche vom nordamerikanischen Kontinent nachts vereinzelt Werte Richtung 10 Grad verursachen. Die Luftfeuchtigkeit ist mit um die 80 % sehr hoch.

Der vorherrschende Nordost-Passat führt feuchte Luftmassen heran, sorgt aber auch für eine angenehme Meeresbrise und mildert die große Hitze etwas ab. Die jährliche Regenmenge beträgt zwischen 900 und bis zu 10.000 (!) mm.

Eine Ausnahme bilden lediglich die trockenen "Inseln unter dem Wind" vor der Küste von Venezuela. Auf diesen ist der Einfluss des regenbringenden Nordost-Passats gering, da er seine großen Regenmengen bereits auf den weiter nordöstlich gelegenen "Inseln über dem Wind" abgeladen hat. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt dort im Mittel nur 500-550 mm.

Bergige Karibikinseln bekommen gewöhnlich deutlich mehr Regen ab, da sich hier die feuchten Luftmassen besser abregnen können. Die windzugewandten Seiten sind regenreicher, erhalten aber auch weniger Sonnenschein. Dies sollte bei der Buchung des Hotels bedacht werden. Die Bergspitzen sind oft wolkenverhangen und auch etwas kühler als die Küsten.

In der Karibik können zwei Jahreszeiten unterschieden werden.

Trockenzeit

In der Trockenzeit von November/Dezember bis März/April ist es weniger schwül, etwas kühler und es fällt nicht ganz so viel Niederschlag.

Regenzeit

Während der feuchten Jahreszeit zwischen Mai und Oktober ist mit starken Regengüssen, höherer Luftfeuchtigkeit und einer größeren Hitze zu rechnen. Mehr als 100 mm monatlich sind dann das Minimum, auf das Besucher sich einstellen müssen. Doch mit Dauerregen muss man nicht rechnen. Eher sind kurze, aber heftige Wolkenbrüche am späten Nachmittag und frühen Abend üblich.

Die Wassertemperaturen liegen in der Karibik ganzjährig zwischen 24 und über 30 Grad. Sie bieten damit immer gute Bedingungen zum Baden, Tauchen und Segeln.

Von Juni bis November kann der gesamte karibische Raum von Hurrikanen heimgesucht werden. Dennoch gehört die Karibik zu den sonnigsten Regionen der Erde. Mehr als 3.000 Sonnenstunden jährlich sind auf vielen Inseln eher die Regel als die Ausnahme.

Beste Reisezeit für die Karibik

Die beste Reisezeit für die Karibik ist die trockenere Jahreszeit von November/Dezember bis März/April. Dann ist mit verhältnismäßig wenig Regen, warmen, aber nicht ganz so heißen Temperaturen und einer geringeren Luftfeuchtigkeit zu rechnen. Auch scheint in diesen Monaten die Sonne den ganzen Tag von einem strahlend blauen Himmel. Außerdem umgeht man so die Hurrikane-Saison im Herbst.

Allerdings herrscht im Winter und Frühjahr auf vielen Inseln auch touristische Hochsaison. Besucher müssen also mit höheren Preisen, ausgebuchten Hotels und vollen Stränden rechnen.

Wer gutes Wetter haben möchte, aber zugleich weniger für seine Unterkunft zahlen will, der sollte am Anfang oder am Ende der Hochsaison in die Karibik reisen.

Von der anderen Jahreshälfte ist abzuraten. Es wird heiß, schwül und sehr feucht. Auch gehören die dann auftretenden tropischen Stürme nicht gerade zu den Dingen, die man in seinem Urlaub erleben möchte.


Südamerika Klima

Das Klima in Südamerika ist wegen der enormen Nord-Süd-Ausdehnung und der extremen Höhenunterschiede ausgesprochen komplex. Es reicht von großer Hitze bis zu arktischer Kälte und von feucht-schwülen Gebieten bis zu den trockensten Wüsten der Welt.

immerfeuchtes tropisches Klima

Das Flachland im Norden ist tropisch-heiß mit Durchschnittstemperaturen von 24-30 Grad. Die Nähe zum Äquator sorgt zudem für viel Niederschlag (1.500-10.000 mm), eine hohe Luftfeuchtigkeit bis zu 90 % sowie nur geringe Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperaturen.

Es existieren nur zwei Jahreszeiten, Regen- und Trockenzeit. Mit Ausnahme des Nordwestens ist es im Winterhalbjahr feucht und heiß, im Sommerhalbjahr etwas trockener und kühler.

wechselfeuchtes tropisches Klima

Tropisch-wechselfeucht ist das Klima im Herzen Südamerikas. Die Regenzeit umfasst die Monate Oktober bis April. In der Trockenzeit ist es sehr heiß mit Temperaturen von teilweise über 40°C. Hinzu kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit.

subtropisches Klima

Im Süden Brasiliens beginnen die Subtropen. Hier liegen die mittleren Werte im Südsommer bei 25 Grad, im Südwinter bei 8-15°C. Südpassatwinde sorgen für ein Regenmaximum im Sommer.

Wüstenklima

Küstenwüsten mit großen Temperaturgegensätzen zwischen Tag und Nacht finden sich an den Küsten von Peru und Nordchile. Verantwortlich dafür ist der kalte Humboldt-Strom, der ein sehr stabiles Hochdruckklima entstehen lässt. Dadurch wird Regen zur absoluten Ausnahme. Allerdings liegen die Küsten häufig im Nebel.

Gemäßigtes Klima

Je weiter man in den Süden Chiles und Argentiniens vordringt, desto gemäßigter wird das Klima. Die Tagestemperaturen liegen im Winter um die 5 Grad. Von Oktober bis April liegen die Werte zwischen 15 und 20°C. Während Patagonien im Regenschatten trocken ist, erhält der gemäßigte Süden Chiles erhebliche Regenmengen.

Kühl-gemäßigtes Klima

Das kühl-gemäßigte, maritime und windige Klima im äußersten Süden weist nur relativ geringe Unterschiede zwischen Sommer und Winter auf. Die Maximaltemperaturen erreichen selbst im wärmsten Monat Januar nur 9-14°C. Im kältesten Monat steigt das Thermometer immer noch auf vier bis sechs Grad. Die Niederschlagsmengen sind sehr hoch. Es kommen jährlich mehrere Tausend Millimeter vom Himmel.

Alpines Klima

In den Anden entlang der Westküste Südamerikas sind die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen ebenfalls gering; jedoch sinken die Werte mit zunehmender Höhe deutlich ab, bis sie schließlich mit alpinem Klima enden. Im Gebirge ist es wesentlich trockener als in den tropischen Ebenen.

Beste Reisezeit für Südamerika

Als optimale Reisezeit für die größten Teile im Norden und der Mitte Südamerikas ist die Phase von Mai bis Oktober anzusehen. Dann regnet es weniger und auch die Temperaturen sind nicht ganz so heiß. Gegen einen Besuch dieser Regionen während unserer Wintermonate sprechen der viele Niederschlag sowie die hohen Temperaturen und die große Schwüle.

Ausnahmen von diesen Empfehlungen gelten einerseits für den Nordwesten, wo wegen der abweichenden Trockenzeit die Wintermonate zu bevorzugen sind.

Andererseits sind in den gemäßigten und subtropischen Klimazonen im Süden die Monate zwischen Mai und August herbstlich kühl oder sogar winterlich kalt. Für die Subtropen eignen sich die warmen, aber nicht heißen Übergangsmonate März/April und September/Oktober als beste Reisezeiten.

Für den gemäßigten Süden ist der Sommer (Dezember bis Februar) zu empfehlen. Dafür spricht nicht nur das warme Wetter, sondern auch, dass viele touristische Dienstleistungen nur dann angeboten werden.

Die Skisaison in den südlichen Anden dauert von Mitte Juni bis Mitte Oktober.


Autor: Diplom-Geograph Remo Nemitz